Regionalgruppe Afrika/Europa/Mittlerer Osten
Der Regionalgruppe Afrika/Europa/Mittlerer Osten gehören derzeit über 40 Staaten an, deren Mitglieder sich über Europa, den Nahen Osten und Afrika verteilen.
Dabei verfügen hauptsächlich die europäischen Mitglieder über leistungsfähige „urbane Such- und Rettungsteams“ (USAR) nach den Richtlinien des Expertengremiums INSARAG. Es werden jedoch die weiteren Einheiten durch Nord-Süd-Partnerschaften zwischen den beiden Kontinenten bei Ausbildung und Ausrüstung stetig an den Standard angenähert. Diesem Ziel dient auch das 2004 gegründete Verbindungsbüro „Antenne Tunis“ als Relais zwischen den Kontinenten sowie durch fortwährende Übersetzungen der INSARAG-Unterlagen ins Französische und Arabische. Der Vorsitz der Regionalgruppen wechselt turnusmäßig. Momentan leitet Abu Dhabi die INSARAG-Regionalgruppe Afrika/Europa/Mittlerer Osten, den stellvertretenden Vorsitz hält Schweden inne.
Aufgaben der Regionalgruppe
Die Hauptaufgabe der Regionalgruppe Afrika/Europa/Mittlerer Osten liegt in der operationellen und konzeptionellen Arbeit, in welche die weltweiten praktischen Erfahrungen aus Erdbebeneinsätzen direkt einfließen. Dazu gehören unter anderem die Umsetzung der INSARAG-Richtlinien sowie deren stetige Weiterentwicklung, das INSARAG-Markierungssystem (welche Gebäude wurden bereits „bearbeitet“) und die Klassifizierung der USAR-Einheiten in Bezug auf ihre jeweilige Leistungsfähigkeit.
Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Kapazitätenbildung vor Ort und die Einsatzvorbereitung durch Ausbildung, Wissenstransfer und gemeinsame Übungen der Katastrophenschutzeinheiten sowie die Optimierung der Koordination im Einsatzfall.
Verbindungsbüro „Antenne Tunis“
Die so genannte Antenne Tunis dient seit 2004 als zentraler Anlaufpunkt für die in der Regionalgruppe Afrika/Europa/Mittlerer Osten zusammengefassten INSARAG-Mitglieder. Diese Einrichtung ist innerhalb der INSARAG einmalig. Schwerpunktaufgabe ist dabei die Überwindung der sprachlichen und kulturellen Barrieren zwischen den Mitgliedern der verschiedenen Kontinente und Sprachräume innerhalb der Regionalgruppe. Alle Unterlagen werden in die arabische und französische Sprache übersetzt.
Aufbau und Betrieb der Antenne Tunis sind ein Gemeinschaftswerk. Schweden und die Schweiz unterstützten die Gründung der Antenne finanziell. Der tunesische Zivilschutz stellt Räumlichkeiten und Personal, das THW steuert seinen Anteil hinsichtlich der technischen Ausstattung bei. Auch bei dieser Zusammenarbeit im Bereich INSARAG war die jahrzehntelange erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen THW und dem tunesischen Zivilschutz eine wichtige Basis.


