Zehn Jahre nach dem Zugunglück von Brühl
Zehn Jahre sind vergangen, seit in der Nacht auf den 6. Februar 2000 der Nachtzug von Amsterdam nach Basel im Bahnhof von Brühl entgleiste. Neun Menschen starben, 149 Verletzte retteten die Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW aus den zerstörten Waggons. Neben der ICE-Katastrophe von Eschede im Jahr 1998 gehört dieser Unfall im Rheinland zu den schwersten Schienenunglücken der vergangenen Jahrzehnte.
Quelle: THW
An einer Weiche im Bahnhofsbereich war die Lok des D-Zuges kurz nach Mitternacht aus dem Gleis gesprungen und die Böschung hinab in ein Wohnhaus gefahren. Zwei der neun Passagierwaggons wurden quer über den Bahnsteig geschleudert und wickelten sich um einen Stahlträger.
Nach der Rettung der Verletzten und der Bergung der Toten lag für das THW der Einsatzschwerpunkt auf der Beseitigung des entgleisten Zugs und der zerstörten Stahlkonstruktion der Bahnsteigüberdachung. Rund 650 THW-Einsatzkräfte aus 16 Ortsverbänden waren an fünf Tagen an der Unfallstelle mit den Rettungs- und Räumarbeiten beschäftigt. Sie stützten umgekippte Zugwaggons ab, leuchteten das Bahnhofsgelände aus, bauten eine Notstromversorgung auf und verpflegten die Einsatzkräfte.
Aufgrund der Erfahrungen aus den Einsätzen in Brühl und Eschede wurde die THW-Ausstattung zum Zerlegen von Bahnwaggons, wie zum Beispiel Brennschneidgeräte, Trennschleifer und Rettungssägen, angepasst. In den vergangenen Jahren hat das THW zudem flächendeckend in Deutschland weitere Spezialgeräte für eine schnellere Bergung angeschafft. So sind heute beispielsweise in jedem Geschäftsführerbereich Betonkettensägen und Plasmaschneidanlagen vorhanden. Mit diesen Geräten lassen sich Wrackteile aus Stahl und Blech leichter trennen.
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