Haiti 2010 – 2011
Ein Erdbeben mit einer Magnitude von sieben erschütterte am 12. Januar 2010 den Inselstaat Haiti in der Karibik. Das Epizentrum lag 25 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince. Hunderttausende ließen ihr Leben unter den Trümmern; unzählige Menschen sind noch heute von den Auswirkungen des Bebens betroffen. Das THW leistete rund 18 Monate humanitäre Hilfe in Haiti. Nach der unmittelbaren Nothilfe im Bereich der Wasserversorgung konzentrierte sich das Engagement des THW zuletzt auf nachhaltige Hilfsmaßnahmen.
Wasser – für uns selbstverständlich, für die Bevölkerung in Haiti nach dem Beben rar und überlebenswichtig. Im Rahmen der Soforthilfe der Bundesregierung produzierten Trinkwasserexperten des THW täglich 400.000 Liter sauberes Trinkwasser. Rund 120.000 Menschen in Port-au-Prince und dem nahe gelegenen Leogáne konnte das THW so täglich mit dem lebenswichtigen Rohstoff versorgen. Weitere THW-Kräfte unterstützen die Deutsche Botschaft in Haiti bei der Koordinierung der deutschen Hilfsmaßnahmen.
Nach der Soforthilfe im Auftrag der Bundesregierung leistete das THW weiterhin technische Hilfe in Haiti. Im Auftrag des Amtes für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) verbesserte das THW die Lebensbedingungen der haitianischen Bevölkerungen in den Notlagern. Das THW sicherte Notlager durch die Befestigung von Unterkünften und Wegen und den Bau von Drainagen vor Wirbelstürmen und Überflutungen. Des Weiteren installierten die THW-Kräfte Sanitär- und Beleuchtungsanlagen in den Lagern und verbesserten durch den Bau von Hochbehältern die Bereitstellung von Trinkwasser.
Die vom Erdbeben betroffene Bevölkerung wurde mit Cash-for-Work -Programmen aktiv in die Baumaßnahmen eingebunden. Gemeinsam mit THW-Kräften arbeiteten lokale Arbeitskräfte an den Verbesserungsmaßnahmen in den Notlagern und erhöhten so die Akzeptanz der Hilfsmaßnahmen. Die Arbeit verschaffte den Menschen zusätzlich ein Einkommen, mit dem sie ihre Familie ernähren konnten und das die regionale Wirtschaft stärkt. Im Rahmen des ECHO-Projektes arbeitete das THW auch mit dem haitianischen Bevölkerungsschutz (DPC) zusammen und unterstützte dessen Aufbau mit Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der Katastrophenvorsorge.
Nach dem schweren Beben im Januar und der darauf folgenden Hurrikanezeit war der Ausbruch der Cholera ein weiterer Schicksalsschlag für die Menschen in Haiti. Hunderttausende steckten sich mit der Krankheit an, die unbehandelt oft zum Tod der Betroffenen führen kann. Gemeinsam mit Malteser International stellte das THW mobile Einheiten auf, die mit Desinfektionen gegen die Cholera vorgingen und die Bevölkerungen mit Aufklärungsfilmen und Einweisungen in den richtigen Umgang mit Hygiene aufklärten. Dies war ein wichtiger Beitrag, um einen weiteren Ausbruch der Cholera zu vermeiden.
Nach 18 Monaten technischer und humanitärer Hilfe endete das THW-Projekt Haiti am 30. Juni 2011. Immer wieder ist das THW nach schweren Erdbeben im Auftrag der Bundesregierung zur unmittelbaren Nothilfe im Einsatz; zuletzt im März 2011 in Japan. Aus der Soforthilfe entwickeln sich oft längerfristige Projekte im Auftrag der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen.
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