Einfach besser werden: realistisch üben
Jeder Handgriff muss sitzen, um im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz effektiv und sicher arbeiten zu können. Übungen dienen im THW der Vertiefung der Fachkenntnisse und der Verbesserung der Teamkommunikation. Deshalb nutzten in der vergangenen Woche viele Ortsverbände bundesweit den Sommer für Übungen.
Die Übung kann beginnen: THW-Helfer aus Verden bereiten sich auf ihren Einsatz vor.
Quelle: THW
„Ich halte diese regelmäßigen Übungen unter möglichst realistischen Bedingungen für sehr wichtig. Nur wer ständig übt, kann sich auch weiter verbessern“, davon ist der bayerische Innenminister Joachim Herrmann überzeugt. Er nahm am Samstag an einer gemeinsamen Übung von THW, Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz (BRK) und anderen Hilfsorganisation teil.
Szenario war ein ICE-Zugunglück in einem Tunnel. THW-Kräfte des Ortsverbands Eichstätt leuchteten den Übungsort aus, unterstützten die BRK-Sanitäter beim Verletztentransport und stellten einen Fachberater für die Einsatzleitung zur Verfügung. Insgesamt nahmen rund 400 Helferinnen und Helfer an der Übung teil. Für die Zukunft sind alle sechs Jahre Katastrophenschutz-Vollübungen in bayrischen Eisenbahntunneln geplant.
Gefordert waren ebenfalls am Samstag 30 THW-Kräfte aus dem niedersächsischen Verden. Als Übungsszenario diente eine Heizungsexplosion in einem Industriegebiet. Da der geübte Einsatz bis in die Nachtstunden anhielt war auch hier das Ausleuchten des Einsatzortes notwendig. Helferinnen und Helfer der Bergungsgruppen suchten nach verschütteten Personen. Alle sieben Verletztendarsteller wurden gefunden.
Dass aus einer Übung schnell ernst werden kann zeigte am Dienstag eine Übung des THW-Ortsverbands Borna in Sachsen: Im Rahmen einer Übung der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen sollte das stillgelegte Freibad Wyhraaue abgepumpt werden. Acht Tauchpumpen und eine Schmutzwasserkreiselpumpe sollten innerhalb von 20 Stunden das 9.000 Kubikmeter fassende Bassin in den benachbarten Kuhteich befördern. Am Grund des Schwimmbeckens erwartete die THW-Kräfte eine unangenehme Überraschung: ein leckgeschlagenes Fass, aus dem eine unbekannte Chemikalie austrat. Die Übung wurde abgebrochen, die zuständigen Stellen informiert.
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