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Flüchtlingscamp Al Shekhan: Neues Zuhause für mehr als 500 Familien

Aufbau von Camps für irakische Binnenvertriebene – so lautet seit September 2014 der Einsatzauftrag des Technischen Hilfswerks (THW) in der Region Kurdistan im Nordirak. Eines dieser Camps ist Al Shekhan, etwa 45 Kilometer nördlich von Mosul. Dort haben bislang rund 500 Familien Zuflucht gefunden, bis zu 1.000 könnten es noch werden. Das THW hat in den vergangenen Monaten mehr als 2,8 Millionen US-Dollar, die das Auswärtige Amt zur Verfügung stellte, in Baumaßnahmen in Al Shekhan investiert.

Straßen, Sanitäranlagen, Schule: Für die Helferinnen und Helfer des THW gibt es in Al Shekhan alle Hände voll zu tun.

Mit Unterstützung einheimischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter errichteten sie im Mai eine Sammelgrube und ein Filterbett für die Entsorgung des sogenannten Grauwassers aus dem Camp. Dabei handelt es sich um Abwasser aus Duschen oder Waschbecken, das nicht mit Fäkalien verunreinigt ist. Ein Drainagesystem aus insgesamt rund 11.000 Metern U-förmiger Rinnen mit Eisengittern, das ebenfalls vom THW gebaut wurde, leitet das Abwasser der Sanitäreinheiten und Küchen aus dem gesamten Camp in die Sammelgrube und das Filterbett. Aus der Grube wird das Wasser in ein anliegendes Wadi weitergeleitet; aus dem Filterbett versickert es direkt in den Boden.

Kampf dem Matsch

Im April und Mai schotterten die Einsatzkräfte zudem Flächen zwischen den Wohneinheiten und der Zufahrtsstraße. Die Steine, die nun den Boden des Camps bedecken, sorgen für eine bessere Entwässerung. Sie stellen sicher, dass der Boden bei Niederschlägen nicht mehr verschlammt und dass die Bewohnerinnen und Bewohner nicht unbeabsichtigt Schmutz in ihre Zelte oder in die Sanitäranlagen tragen.

Ein weiterer Schwerpunkt der vergangenen Monate war der Straßenbau, den das THW in mehreren Projekten mit einem Gesamtvolumen von rund 340.000 US-Dollar durchführte. Das THW verdichtete und schotterte dabei eine Strecke von etwa 7,5 Kilometern. Im ursprünglichen Zustand war das Camp während und nach Niederschlägen nur schwer zugänglich, was den Fortschritt sämtlicher Bauprojekte verzögerte. Durch die Straßenbaumaßnahmen des THW sind die Wege nun auch für schwere Baufahrzeuge jederzeit problemlos befahrbar. Momentan arbeiten die Helferinnen und Helfer an einer zusätzlichen Drainage an der Zufahrtsstraße, die voraussichtlich im Juni fertiggestellt wird.

Bildung trotz Flucht

Im April eröffnete im Nordosten des Camps eine vom THW gebaute Schule mit 13 Klassenräumen, sanitären Anlagen und einem teilweise bepflanzten Innenhof auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern. Etwa 300 Schülerinnen und Schüler besuchen heute die Schule.

Trinkwasser oder Abwasser? Das THW kann beides

Bereits in den letzten Monaten des vergangenen Jahres stand der Ausbau der Sanitäreinheiten im Mittelpunkt der THW-Arbeit. Die Einsatzkräfte errichteten – ebenfalls mit tatkräftiger Unterstützung Einheimischer – 378 von insgesamt 506 Sanitäreinheiten in Al Shekhan. Diese bestehen aus je zwei Toiletten und zwei Duschkabinen. Die Kosten dieses Projektes beliefen sich auf rund 570.000 US-Dollar. Das Schwarzwasser, d. h. das mit Fäkalien verunreinigte Wasser aus den Toiletteneinheiten, sammelt sich in insgesamt 128 Abwassersammeltanks und Sickergruben, die das THW aufgebaut hat. Dort wird das Wasser ausgefault: Während die feste Biomasse im eigentlichen Abwassersammeltank zurückbleibt, werden die flüssigen Bestandteile des Schwarzwassers in die Sickergrube abgeleitet. Hier versickert es und die Reinigung findet durch die Filterwirkung des Bodens statt.

Auch um die Trinkwasserversorgung in Al Shekhan kümmert sich das THW. So errichteten die THW-Kräfte einen Tiefbrunnen mit Pumpstation. Dieser fördert Trinkwasser aus einer Tiefe von 235 Metern in einen Hochspeicher, von dem aus das gesamte Camp versorgt wird. Für die Pumpstationen beschaffte das THW zusätzlich zwei Stromgeneratoren.

Isolation gegen die Kälte

Den Auf- und Ausbau des Camps unterstützt das THW jedoch nicht nur durch Baumaßnahmen, sondern auch durch die Beschaffung von Hilfsgütern und Baumaterialien. Für mehr als 90.000 US-Dollar kaufte das THW insgesamt vier Generatoren mit je 168 kVA, die die Stromversorgung in Teilen des Camps übernehmen. Weitere 147.000 US-Dollar investierte das THW in 70.800 Quadratmeter Isolationsplatten. Diese legen die Helferinnen und Helfer unter den Zelten aus, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor Kälte zu schützen.

Möchten auch Sie sich ehrenamtlich im THW engagieren? Weitere Informationen erhalten Sie hier.

  • Das Camp Al Shekhan nördlich von Mosul beherbergt momentan etwa 500 irakische Familien. (Bild anzeigen)

  • Lange glich das Camp nach Niederschlägen einer Schlammwüste. Das THW verbesserte die Entwässerung, indem es viele Flächen schotterte. (Bild anzeigen)

  • Dank des Schotters tragen die Bewohnerinnen und Bewohner keinen Schlamm mehr in ihre Zelte und Sanitäranlagen. (Bild anzeigen)

  • Mehrere Brunnen fördern aus 235 Metern Tiefe Trinkwasser, das in einem Hochspeicher zwischengelagert und von dort im Camp verteilt wird. (Bild anzeigen)

  • Eine im Bau befindliche Sanitäreinheit. Jede Einheit besteht aus zwei Toiletten (Mitte) und zwei Duschkabinen. (Bild anzeigen)

  • Im Boden haben die Helferinnen und Helfer des THW Tanks verbaut, in denen das Abwasser des Camps gesammelt wird. (Bild anzeigen)

  • Ein Drainagesystem aus 11.000 Metern Rinnen leitet das Abwasser zu einem Sammelbecken. (Bild anzeigen)

Alle vom THW zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle "THW" für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

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