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Voller Tatendrang beim Kirchentag

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag am vergangenen Wochenende in Wittenberg war ein Großeinsatz für das THW und andere Hilfsorganisationen. Insgesamt rund 400 THW-Kräfte errichteten im Vorfeld einen großen Fußgängersteg an der Elbe, besetzten einen Leitungsstab und bauten in Magdeburg einen Pilgerhafen. Am Samstag und Sonntag versorgten THW-Kräfte gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) etwa 1.500 Helferinnen und Helfer. Sie alle garantierten bei diesem Event die Sicherheit der etwa 100.000 Besucher.

Für die Besucherströme auf den Elbwiesen in Wittenberg stellten 70 Helferinnen und Helfer des THW zusammen mit 90 Soldateninnen und Soldaten der Bundeswehr am Sonntagmorgen einen Übergang über die Elbe fertig. Dafür verbanden sie eine Pontonbrücke der Bundeswehr mit einem Steg, der vom Elbufer über den Deich auf das Veranstaltungsgelände führte. Diesen Steg errichteten die Ehrenamtlichen innerhalb der vergangenen Woche. Für die 50 Meter lange und sechs Meter breite Metallkonstruktion benutzten sie Materialien des modularen Einsatz-Gerüstsystems (EGS), welches es in jedem THW-Ortsverband gibt.

Die Einsatzkräfte übten am Tag zuvor gemeinsam, die 110 Meter lange Pontonbrücke mit dem Steg zu verbinden, um am Sonntag einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, besuchte die Brückenbauteams beim Testlauf und dankte ihnen für ihr Engagement. Wegen des anhaltenden Schiffsverkehrs auf der Elbe wurde die Brücke erst am Sonntag ab sechs Uhr für die Besucher freigegeben. Durch das vorübergehende Bauwerk konnten die Besucher des Kirchentags die Elbe überqueren und mit Treppen über den hohen Deich gelangen. Die Helferinnen und Helfer des THW stellten darüber hinaus mobile Beleuchtungsaggregate auf und platzierten am Elbufer Pontons, die als zusätzliche Anlegemöglichkeiten für Boote von Einsatzkräften dienten.

Vier Bereitstellungsräume für 1.500 Einsatzkräfte

Beim Kirchentag waren insgesamt rund 1.500 Kräfte von Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Deutscher-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Freiwilligen Feuerwehren sowie DRK und THW im Einsatz. Das THW organisierte in enger Kooperation mit dem DRK die Unterbringung und Versorgung dieser Einsatzkräfte, die aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Berlin und Brandenburg kamen. Dafür bauten sie vier Bereitstellungsräume auf, die sie unter anderem mit Trinkwasserversorgung und Küchenzelten ausstatteten. Während der beiden Veranstaltungstage verteilten die Logistik-Spezialistinnen und -Spezialisten des THW bei Temperaturen über 30 Grad Celsius große Mengen an Getränken, außerdem Sonnen- und Mückenschutz.

Technische Unterstützung für 750 Johanniter

Bei dem Großeinsatz kam die Strategische Allianz zwischen THW und Johanniter-Unfall-Hilfe zum tragen. Rund 750 haupt- und ehrenamtliche Johanniter sorgten für die sanitätsdienstliche Sicherheit der Kirchentagsbesucher. Sie hatten die Fachgruppen Führung und Kommunikation der THW-Ortsverbände Chemnitz und Leipzig aus dem Landesverband Sachsen, Thüringen zuvor gebeten, die Einsatzkommunikation des Stabes der JUH sicherzustellen. Dafür benutzten die Fachkräfte des THW unter anderem einen Führungs- und Lageanhänger und richteten eine Fernmeldezentrale sowie die dazugehörige Infrastruktur ein.

Von der Kooperation der beiden Hilfsorganisationen machte sich THW-Präsident Albrecht Broemme einen Eindruck. Er besuchte die Johanniter und die Ehrenamtlichen des THW in ihrem Leitungsstab und lobte die Einsatzkräfte: „Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag ist eine Herausforderung für die Organisatoren und alle Einsatzkräfte. Die jahrelange Zusammenarbeit zwischen der JUH und dem THW trägt hier wieder einmal Früchte. Bei meinem Besuch konnte ich mich über den exzellenten Stand der Vorbereitungen informieren. Ich danke allen, die sich hier einbringen.“

Pilgerhafen in Magdeburg

Selbst im rund 85 Kilometer entfernten Magdeburg beschäftigte der Kirchentag in Wittenberg Ehrenamtliche des THW. Die Veranstalter baten den THW-Ortsverband Magdeburg, in einem Hafenbecken einen Pilgerhafen zu errichten. So wurde Besuchern die Anreise mit Sportbooten mit Zwischenhalt in Magdeburg ermöglicht. Daraufhin präsentierten 30 Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Wassergefahren ihre Kompetenz im Bereich Gewässer und Wasserstraßen: An nur einem Tag setzten sie im Hafenbecken schwimmende Stegelemente zusammen, die eine Fläche von 500 Quadratmetern abdeckten. An diesen konnten die Besucher mit ihren Booten anlegen und über die Stege in die Stadt gehen. Am Wochenende sorgten die THW-Kräfte im Schichtdienst rund um die Uhr für Sicherheit im Hafen und halfen beim An- und Ablegen. Sie bauten den Steg im Hafenbecken auch wieder ab und investierten so über 2000 Arbeitsstunden in das Projekt.

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