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„Burglind“ hielt THW auf Trab

Regen und Orkanböen mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 150 Kilometer pro Stunde haben in vielen Teilen Deutschlands große Schäden verursacht. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern hatte das Sturmtief Bäume entwurzelt, Straßen überflutet und Hausdächer abgedeckt. Bundesweit waren mehr als 380 THW-Kräfte im Einsatz.

Umgestürzte Bäume von Straßen und Wegen beseitigen – dieser Aufgabe stellten sich gestern Morgen Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes Bergisch Gladbach. Rund 80 Kilometer weiter südwestlich war der Verkehr ebenfalls beeinträchtigt. Unter anderem räumten THW-Kräfte des Ortsverbandes Stolberg zusammen mit der örtlichen Feuerwehr die Zufahrt zu einem Wohnhaus frei. Die Fachgruppe Infrastruktur sorgte während der Arbeiten für Strom.

Sandsäcke und Pumpen
Im nordrhein-westfälischen Siegburg drohte durch den anhaltenden Regen der Damm eines Rückhaltebeckens zu brechen. Rund 40 Helferinnen und Helfer der Ortsverbände Siegburg und Porz stabilisierten gemeinsam mit der Feuerwehr einen Damm. Dazu befüllten und verbauten sie Sandsäcke und übernahmen die Logistik. Zusätzlich pumpten die Ehrenamtlichen mit zwei Hannibal-Großpumpen Wasser aus dem Becken, um dessen Wasserpegel zu senken. Auf diese Weise verhinderten die Einsatzkräfte, dass das Wasser eine nahegelegene Straßenunterführung überflutete. Eine Überschwemmung drohte außerdem im hessischen Michelstadt, wo ein Bach über die Ufer trat. Die THW-Kräfte aus dem Ortsverband Michelstadt verbauten in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Michelstadt Sandsäcke und schützten damit die Keller der umliegenden Wohnhäuser vor einem Wassereintritt.

Abstützen und Aussteifen
In Bayern und Rheinland-Pfalz deckte der Sturm mehrere Dächer ab. Während Ehrenamtliche der Ortsverbände Baiersdorf und Lahnstein jeweils beschädigte Dachelemente bei Seite räumten, sicherten THW-Kräfte der Ortsverbände Lindenberg, Landau, Coburg, Augsburg und Wörrstadt die beschädigten Gebäude. Beispielsweise deckten die Lindenberger THW-Kräfte ein 250 Quadratmeter großes Dach ab und lieferten dazu die nötigen Materialen wie Dachlatten, Bretter und Folien an die Einsatzstelle. Mit gleich zwei beschädigten Dächern hatten es die Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Landau zu tun: In Arzheim hatte das Sturmtief die ganze Seite eines Dachs mitsamt des Unterbaus losgerissen und auf das gegenüberliegende Dach des Nachbarhauses geweht.

Im rheinland-pfälzischen Salmtal drohte ein Gebäude durch die Sturmschäden einzustürzen. Dort stabilisierten die Ehrenamtlichen des Ortsverbandes Wittlich das Haus mit Hilfe des Abstützsystems Holz (ASH). Zudem bewahrten die Einsatzkräfte der THW-Ortsverbände Michelstadt, Groß-Gerau und Groß-Gerau eine Scheune im hessischen Oberzent-Rothenburg davor einzustürzen.

Strom und Licht
Der Norden des Landes hatte ebenfalls mit Burglind zu kämpfen. Im niedersächsischen Herzberg beschädigte der Sturm eine Freileitung. Ehrenamtliche des THW-Ortsverbandes Osterode leuchteten die Einsatzstelle aus.

Auch in Baden-Württemberg kam es vielerorts zu Stromausfällen, da Bäume auf Stromleitungen gestürzt waren: Mehr als 100 Helferinnen und Helfer waren an mehreren Einsatzstellen aktiv und versorgten unter anderem landwirtschaftliche Betriebe mit Notstrom.

Sägen und Aufgleisen
Der THW-Ortsverband Singen rückte am Mittwoch zu gleich drei Einsätzen aus. Die Ehrenamtlichen zerlegten zunächst je einen umgestürzten Baum an zwei Einsatzstellen – einer davon direkt vor der eigenen Liegenschaft. Anschließend alarmierte die Deutsche Bahn das THW: Auf der Strecke zwischen Villingen und Donaueschingen war ein Zug entgleist. Mit einem Hydraulikheber gleisten die Einsatzkräfte das Fahrwerk wieder auf.

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