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Friederike fordert fachliches Fingerspitzengefühl

Zwischen umgestürzten Bäumen knatterten Motorsägen, Dächer gaben stöhnend nach und ließen sich nur widerwillig geradebiegen. Notstromaggregate summten, während Sturmtief Friederike weiter wütete. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometer pro Stunde bescherte Friederike dem THW den bisher größten Einsatz des Jahres: Insgesamt waren 2.200 THW-Kräfte aus mehr als 120 Ortsverbänden gefordert.

Einsturzgefährdete Gebäude, abgedeckte Dächer, abgeknickte Bäume und Verkehrsunfälle – die Liste der Schäden, die Sturmtief Friederike anrichtete, ist lang. Nahezu bundesweit räumten THW-Kräfte Verkehrswege frei und beseitigten umgestürzte Bäume sowie herabgefallene Äste. Beispielsweise rückten in Bochum seit Donnerstagmorgen mehr als 50 Helferinnen und Helfer des THW aus und unterstützten die Feuerwehr mit Motorsägen und leichtem Räumgerät.

Wenn nur noch der Abriss hilft

Besonders zu schaffen machten die starken Winde nicht nur hochgewachsenen Baumstämmen, sondern unter anderem einem schmalen Schornstein an einer vielbefahrenen Straße in Lemgo. Das 35 Meter hohe Bauwerk hatte sich infolge des Sturms am Donnerstag zur Seite geneigt. Daraufhin sperrten die THW-Kräfte die Einsatzstelle ab. Ein THW-Fachberater aus dem Ortsverband Bielefeld begutachtete das Gemäuer gemeinsam mit einer Fachfirma und empfahl, den Schornstein niederzulegen.

Allerdings stellte sich am darauffolgenden Morgen fest, dass der Schornstein zu brüchig war, um ihn gefahrlos abzutragen. Damit der Schlot nicht auf die Straße stürzte und auch die unter ihm befindlichen Öltanks nicht beschädigte, war Fingerspitzengefühl gefordert: Die Einsatzkräfte befestigten ein 100 Meter langes Stahlseil am oberen Ende des Turms und zogen vorsichtig mit drei Forstschleppern daran, bis der Turm kontrolliert umkippte. Zuvor hatten die Stadtwerke die Stromversorgung gekappt und die Fachfirma das Heizöl aus den Tanks gepumpt.

Handwerkliches Geschick beweisen

Ebenfalls hoch hinaus mussten an demselben Tag die THW-Kräfte aus Freising. Sie sicherten ein Schuldach, das der Sturm aufgewölbt hatte. Die Ehrenamtlichen bogen das Dach über eine Länge von 20 Metern wieder zurück und befestigten es mithilfe von Schrauben und Latten. Fester Halt war auch das Stichwort für Helferinnen und Helfer in Gronau. Sie verschlossen das Schaufenster eines Geschäfts mit Holzplatten, nachdem die Luftmassen das Glas eingedrückt hatten.

Was tun ohne Strom?

Nachdem die Orkanböen mehrere Strommasten umgeweht hatten, war das THW unter anderem im Kreis Steinfurt mit Notstromaggregaten im Einsatz. Vier Bauernhöfe waren ohne Elektrizität, die Lüftung der Ställe und die Fütterungsanlage der Tiere sind allerdings vom Strom abhängig. Die THW-Ortsverbände Ibbenbüren, Lengerich, Rheine und Warendorf rückten daher am Wochenende mit ihren Netzersatzanlagen im Gepäck aus und speisten den Strom direkt in die Strommasten vor Ort ein. Das gleiche Bild in Thüringen: Die Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbands Sondershausen stellten ein 400 kVA-Stromaggregat bereit, da in einer Gemeinde zahlreiche Haushalte ohne Strom waren, und gewährleisteten die Elektroversorgung der Anwohnerinnen und Anwohner.

In Königerode (Sachsen-Anhalt) fiel durch mangelnden Strom in Teilen sogar die Wasserversorgung aus. Fünf Tage lang speisten THW-Kräfte aus Sangerhausen deshalb behelfsmäßig Strom über eine Trafostation in das Stromnetz ein und stellten somit die Notversorgung der Bürgerinnen und Bürger sicher.

Durch die schnelle und effektive Hilfe sowie die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren bestätigten die THW-Kräfte, dass sie eine zentrale Rolle im deutschen Bevölkerungsschutz spielen. Mittlerweile sind die Arbeiten abgeschlossen. Viele THW-Kräfte waren bereits seit Donnerstagmorgen im Einsatz.

Alle vom THW zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle "THW" für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.

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