Hauptnavigation

Vor 20 Jahren: Zugunglück in Eschede

Auf der Bahnstrecke Hannover – Hamburg entgleiste am 3. Juni 1998 ein ICE in der Gemeinde Eschede. 101 Menschen starben, 88 verletzten sich schwer. Mehr als 700 THW-Kräfte aus 32 Ortsverbänden rückten damals zum Einsatz aus. Am Sonntag jährt sich der Unglückstag zum zwanzigsten Mal.

Überlebende retten und Tote bergen: Gemeinsam mit den Kräften von Feuerwehr und Rettungsdienst retteten die THW-Kräfte zunächst Überlebende und bargen Tote. Hierfür bauten die THW-Helferinnen und -Helfer behelfsmäßige Übergänge über den Gleisen und machten die Einsatzstelle damit zugänglich. Um die Arbeiten nachts fortsetzen zu können, leuchteten sie zudem im weiteren Einsatzverlauf die Unglücksstelle mit 100 Halogenscheinwerfern aus. Mit fünf Stromerzeugern stellten die Ehrenamtlichen die Stromversorgung für die anderen Einsatzkräfte sicher.

Neben diesen Arbeiten waren die THW-Helferinnen und -Helfer für den Abtransport der Leichenteile verantwortlich. „Das war eine besonders schwere Aufgabe“, erinnert sich Rolf Bartsch. Als damaliger Geschäftsführer der Geschäftsstelle Verden war er vor Ort und koordinierte die THW-Kräfte mit den Einsatzleitern. „Wir haben verschiedene Konsequenzen aus diesem psychisch belastenden Einsatz gezogen“, sagt Bartsch.

So lernen angehende THW-Kräfte seither bereits in der Grundausbildung, dass sie im Einsatz mit Schwerverletzten und Toten konfrontiert werden können. Zudem sind Führungskräfte darauf trainiert, ihre Einsatzkräfte genau zu beobachten. Sobald es Anzeichen gibt, dass Ehrenamtliche mit ihren Aufgaben physisch überfordert sind, werden sie vom Einsatz abgezogen.

Einsatznachsorge-Teams gab es 1998 noch nicht. Dennoch betreute geschultes Personal die Helferinnen und Helfer während des Einsatzes und danach. „Man kann nicht sagen, dass die Einsatznachsorge-Teams wegen Eschede gegründet wurden. Aber all die Überlegungen in diese Richtung, die sind aus dem Einsatz in Eschede entstanden“, sagt Rolf Bartsch. Einsatznachsorge-Teams setzen sich aus geschulten THW-Angehörigen und psychosozialen Fachkräften zusammen. Die Teams helfen Ehrenamtlichen, psychische Belastungen nach Einsätzen besser zu verarbeiten.

Sechs Tage dauerte der Einsatz für die THW-Kräfte in Eschede. Insgesamt kamen neben den Helferinnen und Helfern 34 Gerätekraftwagen, 20 Mannschaftslastwagen, zehn LKW, zehn Kipper, ein Mobilbagger, 20 Führungs- und Verbindungsfahrzeuge sowie fünf Stromerzeuger zum Einsatz.

Navigation und Service