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Atemschutzgeräte raus, Prüfung!

Mit Maske und Pressluftflasche ausgestattet bestanden am vergangenen Wochenende zwölf THW-Kräfte in Oldenburg die Ausbildung zu Atemschutzgeräteträgerinnen und -trägern. Zeitgleich stellten sich in Quedlinburg zehn Helferanwärterinnen und -anwärter der Abschlussprüfung zur Grundausbildung.

Medaillen konnten sie zwar nicht gewinnen, aber die körperliche Belastung war durchaus mit olympischen Leistungen vergleichbar. Denn um die Prüfung zum Atemschutzgeräteträger zu bestehen, mussten die zwölf Prüflinge ihre Dauerleistungsgrenze überschreiten. Aufgrund des Gewichts der Ausrüstung, der oftmals hohen Temperaturen am Einsatzort und der schweren Aufgaben erreichen die Einsatzkräfte dauerhaft eine Leistung, die etwa 75 Prozent der maximalen Herzfrequenz entspricht – was eine staatliche Studie belegte.

Neben einer theoretischen Prüfung stellten die THW-Kräfte aus Emden, Jever, Nordenham, Oldenburg und Westerstede auf der Belastungsstrecke der Oldenburger Berufsfeuerwehr ihre Fitness und Kraft unter Beweis. Anschließend bargen sie selbstständig Personen aus Trümmern, durchbrachen Mauern und retteten Menschen, die zu Ausbildungszwecken verletzte Personen mimten.

Angesichts der hohen Anforderungen ist die Ausbildung ziemlich anspruchsvoll. Im theoretischen Teil lernten die Auszubildenden, die Atemschutzausstattung richtig anzulegen, Risiken von Gefahrstoffen zu beurteilen und zu minimieren sowie die wichtigsten Vorgehensweisen in brenzligen Situationen.

Das neu gewonnene Fachwissen mussten die Einsatzkräfte in praktischen Ausbildungseinheiten anwenden. Sie erkundeten beispielsweise ein vollständig abgedunkeltes Einsatzgebiet. Bei dieser sogenannten Dunkelgewöhnung mussten sich die THW-Kräfte vollständig auf ihr Gehör und ihren Tastsinn sowie die Hinweise ihrer Kameradinnen und Kameraden verlassen. Insgesamt verbrauchten die Helferinnen und Helfer während der Ausbildung über 100.000 Liter Atemluft, die sie bei einem Druck von bis zu 300 Bar in stählernen Pressluftflaschen mitführten.

Weniger spezialisierte, aber nicht weniger ambitionierte Aufgaben mussten die Helferanwärterinnen und -anwärter in Quedlinburg lösen. Am Prüfungswochenende bewegten und hoben sie schwere Lasten mit technischem Gerät wie dem Hebekissen und setzten hydraulische Rettungsgeräte ein, um eingeklemmte Personen zu befreien. Zu den Basisfertigkeiten gehören zudem die Bearbeitung von Holz, Metall und Stein sowie der Sandsackverbau und das taktische Vorgehen an Einsatzstellen. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des THW erfordern nämlich eine breitgefächerte Grundausbildung – die Voraussetzung, dass im Einsatz jeder Handgriff sitzt.

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