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Explosionen, Einstürze und Einsatzübungen

Ein teilweise eingestürztes Hochhaus und eine Explosion in einer Halle: THW-Kräfte bereiteten sich in den vergangenen Wochen auf knifflige Einsatzsituationen vor. Hilfreich waren dabei viele kleine Übungsszenarien, die Teile größerer Übungen und einer Fortbildung waren.

Auf dem Übungsplatz in Mönchengladbach fand am Wochenende eine Unterführerfortbildung mit elf Teilnehmenden – darunter viele erfahrene Gruppen- und Truppenführer und -führerinnen – aus sechs THW-Ortsverbänden statt. Diese begann am Freitag mit einer Schulung über Führungsvorgänge. Die Ehrenamtlichen setzten ihre Kenntnisse in mehreren Planspielen zu Einsätzen ein und erarbeiteten miteinander Lösungswege. Am folgenden Samstag bestritten die THW-Kräfte zehn Übungen. Unter anderem mussten sie Personen aus einem Schacht, einem Haus und einem Fahrzeug retten.
Die Fortbildung der Unterführer und -führerinnen der Bergungsgruppen veranstalteten die Sachbearbeiter Ehrenamt und Ausbildung der THW-Regionalstellen Aachen und Mönchengladbach bereits zum vierten Mal. Zum ersten Mal war der THW-Regionalbereich Düsseldorf ebenfalls beteiligt. Die Einsatzkräfte erhielten nach Abschluss der Maßnahme ein Handbuch, in dem die Umsetzung der Fortbildung erläutert ist und verschiedene Szenarien für Einsatzkurzübungen gelistet sind.

Fünf vermisste Personen nach Hochhauseinsturz

Der komplette Technische Zug aus Weingarten rückte am Dienstagabend mit 30 Einsatzkräften zu einem 13-geschossigen Gebäude im baden-württembergischen Ravensburg aus. Der Zugführer und der Baufachberater des Ortsverbands erkundeten zu Beginn der Übung das Gebäude: Das Hochhaus war aus ungeklärter Ursache teilweise beschädigt und einsturzgefährdet. Auf dem Vorplatz befand sich ein großer Trümmerkegel, die Fenster waren ausgebrochen und die Gebäudestruktur war weitestgehend zerstört. Laut Angaben eines Beobachters befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes fünf Personen im Gebäude, die die Übungsteilnehmenden finden und retten mussten. Eine Person war vermutlich im Keller, wo sich die Notstromanlage befand. Dort war mit einem Gasaustritt zu rechnen, sodass Rettungskräfte dort nur mit Atemschutz arbeiten konnten.

Die 2. Bergungsgruppe des THW Weingarten verschaffte sich durch einen Wanddurchbruch an der Westseite des Erdgeschosses Zugang zum Gebäude, durch den der Atemschutztrupp schnell die vermisste Person aus der Gefahrenzone holte. Da das Treppenhaus ebenfalls teilweise zerstört und eingestürzt war, musste die 1. Bergungsgruppe eine Außenmauer aufbrechen. Anschließend gelangten die Helferinnen und Helfer über eine Leiter in das zweite Obergeschoss. So brachten sie alle Vermissten aus dem Gebäude und versorgten sie. Während der Rettungsarbeiten überwachte ein Trupp mit dem Einsatzstellen-Sicherungssystem (ESS) die Stabilität des angeschlagenen Bauwerks.

St. Ingbert: Explosion, Feuer und erschwerte Löschbedingungen

Rund um eine alte Sporthalle im Saarländischen St. Ingbert übten vergangenen Monat die Feuerwehr und der THW-Ortsverband St. Ingbert. Die etwa 60 Einsatzkräfte bewältigten dabei vier verschiedene Einsatzstellen. In dem Übungsszenario kam es bei Arbeiten an der Halle zu einer Explosion. Dadurch verletzten sich zwei Arbeiter auf dem Dach und konnten es nicht mehr selbstständig verlassen. Weiterhin entwickelte sich ein Brand, der sich auf die gesamte Halle auszudehnen drohte. Das notwendige Löschwasser musste dabei aus dem anliegenden Bach entnommen werden. THW-Kräfte stauten mit Sandsäcken das Gewässer auf, damit die Feuerwehrleute mit einer tragbaren Pumpe Löschwasser aus dem Bach fördern konnten.

Währenddessen gelangten die Einsatzkräfte über eine Leiter auf das Vordach der Halle und versorgten die „Verletzten“ dort. Innerhalb kürzester Zeit retteten die Helferinnen und Helfer die Übungspuppen auf Tragen mit einem Leiterhebel vom Dach. Im zweiten Szenario stützten die THW-Kräfte zusammen mit Feuerwehrleuten den Eingangsbereich der Halle ab. Mit der Maßnahme sollten sie den drohenden Einsturz, ausgelöst durch die angenommene Explosion, vermeiden. Rettungskräfte schafften sich in einem weiteren Übungsabschnitt Öffnungen in einen massiven Metallzaun. Hierbei war es Ziel, geeignete Rettungs- und Schneidgeräte kennenzulernen und zielgerichtet einzusetzen.

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